Zertifizierungen für IT-ProjektmanagerInnen

Schon in der Vergangenheit hatten wir uns mit der Verteilung von Zertifizierungen für IT-ProjektmanagerInnen und deren Einfluss auf den Stundensatz beschäftigt. Da nun einige Zeit verstrichen ist, wollen wir uns den aktuellen Stand ansehen.

Verteilung von Zertifizierungen

Für unsere Analyse haben wir uns über 1000 gecrawlte Profile von ProjektmanagerInnen angesehen, wovon sich 36,2 % zertifizieren ließen.  Im Vergleich zu unserer Analyse im Jahr 2020 macht das ein Plus von 6,2 Prozentpunkten.

Am häufigsten vertreten sind nach wie vor Zertifikate in der Methode PRINCE2®, gefolgt von den Titeln Projekt Management Professional (PMP) und Certified Associate in Project Management, die vom Projektmanagement Instituts PMI® vergeben werden. Weiterhin sind an dritter Stelle die Zertifikate der International Project Management Association IPMA®, sowie der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement GPM® vertreten.

In unter 10% der Fälle lag eine Zertifizierung als Scrum-Master (7,2%), ISTQB (6%) oder HERMES (4,9%) vor. Und nur 0,5% der untersuchten Projektmanagerprofile waren Certified Project Manager der IAPM®.

Welchen Einfluss haben die Zertifikate auf den Stundenlohn?

Bei der Gruppe mit Zertifikaten lässt sich gegenüber der Gruppe ohne ein Zertifikat ein Stundensatzunterschied von 6 €/h feststellen. So liegt der durchschnittliche Stundenlohn bei den ProjektmanagerInnen mit Zertifikat bei 107 €/h und bei denen ohne ein Zertifikat im Durchschnitt bei 102 €/h.

Dieser Lohnunterschied ist mit 111€ /h nach wie vor am signifikantesten bei den FreelancerInnen, die die Zertifikate PMP und PMI des Projektmanagement Instituts PMI® führen.

In unserer letzten Analyse betrug der Lohnunterschied 7 €/h für IT-ProjektmanagerInnen mit einem Zertifikat gegenüber einem Durchschnittslohn von 96 €/Std. für die nicht zertifizierten.

Welche Zertifikate werden besonders nachgefragt?

Die größte Nachfrage besteht bei Ausschreibungen, die explizit eine Projektmanagement-Zertifizierung verlangen, nach PMI, PMP oder PMBOK. Diese wurden bei den über 1000 Ausschreibungen mit dieser Voraussetzung, die wir seit April 2021 untersucht haben in 52% der Fälle gefordert. Gegenüber unserer letzten Analyse stellt dies einen Anstieg um zehn Prozentpunkte dar.

Auch PRINCE2 und IPMA weisen weiterhin eine starke Nachfrage auf und wurden in 40%, bzw. 28% der Fälle gefordert.

Es lässt sich also festhalten, dass Zertifizierungen durchaus einen Vorteil mit sich bringen. Allerdings stellen sie kein Must-have dar und es bleibt daher individuell abzuwägen, ob sich eine Zertifizierung lohnt.

Noch mehr Analysen gefällig?

Zugriff auf weitere Analysen bekommt ihr mit einem kostenlosen Account auf Lyncronize. Dort präsentieren wir Daten zu den beliebtesten Skills, aktuellen Stundensätzen und der allgemeinen Entwicklung am Projektmarkt. Hier erfahrt ihr außerdem, welche Skills den individuellen Stundensatz in die Höhe treiben können.