Weltfrauentag und Equal Pay Day bei Digitalprojekten

Heute ist Weltfrauentag! Deswegen beschäftigen wir uns heute mit dem Anteil der Frauen in der IT und dem Stundensatzunterschied zwischen selbständigen Männern und Frauen in diesem Bereich.

Auch dieses Jahr kein Equal Pay im Digital-Bereich

Der gestrige Equal Pay Day kennzeichnet den Tag, ab dem Frauen im gesamtdeutschen Durchschnitt denselben Lohn erhalten würden wie Männer, wenn sie bis dahin im Jahr unentgeltlich gearbeitet hätten. Laut Statistischem Bundesamt bleibt die unbereinigte Lücke im Vergleich zum Vorjahr zwischen Gehältern der Frauen und Männer bei 18 % . Laut Haufe ist die Entgeltlücke aber minimal kleiner geworden (-3 Tage im Vergleich zum Vorjahr). Hoffnung gibt es hierbei, da die IT-Fachkräftelücke größer wird.

In unserer Analyse betrachten wir die Stundensätze von IT-Solo-Selbständigen:

Die Stundensätze zeigen das erwartete Bild: Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer – also kein Equal Pay. Die Lohnlücke ist im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen. Selbständige Frauen in der IT haben einen um 9,4 % geringeren Lohn als Männer. Dass die Lohnlücke kleiner ist als im deutschen Gesamtdurchschnitt stützt die Annahme, dass ein Teil der Lohnunterschiede durch den Tätigkeitsbereich erklärt werden kann. Geschlechtsbezogene Lohnunterschiede sind in geringerer Ausprägung jedoch auch innerhalb einer Branche signifikant vorhanden; bspw. geht Haufe im Speziellen auf E-Commerce-ManagerInnen ein, bei denen der Lohnunterschied nur 4,5% aus macht.

Rollen in Digitalprojekt entscheidend

Schaut man sich nun die Gender Pay Gaps in Abhängigkeit von der Rolle in einem Digitalprojekt an, zeigen sich auch dieses Jahr deutliche Unterschiede:

ProjektmanagerInnen verdienen unabhängig vom Geschlecht am meisten, die Lohnlücke beträgt 5 €/h. Bei Spezial-Rollen wie Data Scientists, DevOps Engineers und Security Consultants ist der Lohnunterschied deutlich höher, aber geringer im Verlgeich zum Vorjahr: Männer in diesen Bereichen verlangen fast 8 €/h mehr.

Ein überraschendes Bild zeigt sich bei den EntwicklerInnen. Hier verdienen Frauen mehr – ebenfalls knapp 4 €/h. Es muss jedoch erwähnt werden, dass unter den 3.469 DigitalexpertInnen, denen wir eine Rolle zuweisen konnten, nur sehr wenige weibliche Entwicklerinnen waren. Dies erzeugt statistische Unsicherheit, zeigt jedoch gleichzeitig wie unterrepräsentiert Frauen in der IT-Branche sind.

Anteil der Frauen im IT-Business

Die IT-Branche gilt immer noch als klassische Männerdomäne, in der Frauen noch unterrepräsentiert sind. Laut Business Insider gibt es bislang nur einen Frauenanteil von 18% in der IT in Deutschland mit stetig positiver Entwicklung. Zum Vergleich: der Verband der Internetwirtschaft eco stufte den Anteil im Jahr zuvor auf 16% ein.

Dies zeigt auch unsere Analyse, hierbei haben wir nur einen Frauenanteil von 12,31% unter den erfassten DigitalexpertInnen:

Demnach sollte Gender Diversity kein Nice2Have sondern ein MustHave Skill sein, um es analog zu Lyncronize Skill Anforderungen auszudrücken. Diverse Teams sind in der Regel erfolgreicher, da sie unterschiedliche Sichtweisen und Ansätze miteinander vereinen (vgl. Pieterse et al. 2006). Zudem wird es im 21. Jahrhundert endlich Zeit, gleiches Geld für gleiche Arbeit zu erhalten.

Woher kommen unsere Daten?

Unsere Analyse basiert auf Daten von Lyncronize-NutzerInnen sowie öffentlich zugänglichen Angaben von DigitalexpertInnen. Da das Geschlecht nicht explizit angegeben wird, haben wir über die Namen darauf geschlossen. Weitere Analysen findet ihr in unserem Blog. Zuletzt haben wir einen tieferen Blick auf die Stundensätze in IT-Projekten geworfen.